Persönlichkeiten der Stadt

Übersicht bedeutender Persönlichkeiten

Verschiedene Persönlichkeiten haben Ihre Wurzeln auf dem Kleinen Heuberg oder sind mit ihm im Besonderen verbunden.

Heinrich Iselin von Rosenfeld und seine Nachfahren

Item ego veni Basileam anno domini MCCCLXIIII post festum penthecostes ... (Ich bin nach Basel gekommen im Jahre des Herrn 1364 nach dem Pfingstfest…)«, so beginnen die eigenhändigen Aufzeichnungen des Stammvaters der Basler Familie Iselin,die ein vom Ende des 14. Jahrhunderts stammendes Manuskript der hiesigen Universitätsbibliothek bewahrt. Ihr Verfasser ist Heinrich Iselin, der vor über sechshundert Jahren aus dem württembergischen Landstädtchen Rosenfeld auswanderte.

Sein Ziel war Basel, wo er nach seinen eigenen Angaben in den Dienst einer Frau »ze Rhin« trat und ein Haus an der Freien Strasse (heute Nr. 40) erwarb. Nach dem Ort seiner Herkunft verlieh er ihm den Namen »zum Rosenfeld«, den es bis zum heutigen Tage trägt. Vierzig Jahre noch lebte er in seiner Wahlheimat, ohne jedoch das Basler Bürgerrecht erlangt zu haben; am Otmarstag, dem 16. November des Jahres 1404, starb er. Schon sein Sohn Conrad erhielt die Bürgerrechte der Stadt Basel und wählte als Familienwappen drei silberne Rosen im roten Schild; dieses Wappen übernahm er von den älteren Herren von Rosenfeld. Conrad war Krämer und Händler und gehörte der angesehenen Safranzunft an. Durch ihre Erfolge im Handel und in der Textilfabrikation, aber auch als Goldschmiede und Zinngießer erlangten die Iselins nach und nach großes Ansehen und ein beachtliches Vermögen. Sie wurden in den Großen Rat der Stadt Basel berufen und waren in diplomatischen und militärischen Missionen für die Stadt Basel tätig. Auch die Förderung der Kunst (z.B. Amerbach Kabinett) und Unterstützung der Bedürftigen (Iselin-Legat) war ihnen wichtig.

Einige Vertreter der Iselins wurden vielbeachtete Wissenschaftler und Professoren an verschiedenen Universitäten. Darunter ist wohl der bekannteste Vertreter Isaak Iselin. Als »Philosoph und Menschenfreund« gründete er 1777 die »Gesellschaft zur Beförderung des Guten und Gemeinnützigen«. Neben vielerlei Tätigkeiten setzte er sich besonders intensiv für das Schulwesen ein, unter anderem arbeitete er mit dem deutschen Pädagogen Basedow zusammen. Als Freund und Förderer von Johann Heinrich Pestalozzi hatte er maßgeblichen Anteil daran, dass Pestalozzi seine pädagogischen Ideen in Druck bringen konnte.

In ihrer über 600-jährigen Geschichte ließen die Iselins den Kontakt zu Rosenfeld niemals abbrechen. 1964 wurden zur 600-Jahr-Feier der Familie Iselin Vertreter der Stadt Rosenfeld nach Basel eingeladen; eine Delegation der Familie Iselin machte im gleichen Jahr einen Gegenbesuch in der Heimatstadt ihres Urvaters. Dabei zeichnete Faustina Iselin die mittelalterliche Silhouette des nördlichen Teils von Rosenfeld. Bei der Namensgebung der Iselin- Schule in Rosenfeld waren Vertreter der Familie Iselin anwesend. Dr. Ulrich Iselin, als 13. Urenkel von Heinrich Iselin hielt die Festansprache. Er zeigte auf, was über die Jahrhunderte die Familie Iselin mit Rosenfeld verbindet: »... die Lust am Erinnern, am Herstellen von Verbindungen, am Aufspüren von Zusammenhängen über den Augenblick hinaus, kurz: das Erkennen und Erleben von Geschichte.

Wolfram Fischer

Aus dem Buch "Geschichte der Stadt Rosenfeld" erhältlich bei der Stadtverwaltung Rosenfeld, ISBN 978-3-00-028859-3

Isaak Iselin