Persönlichkeiten der Stadt

Übersicht bedeutender Persönlichkeiten

Verschiedene Persönlichkeiten haben Ihre Wurzeln auf dem Kleinen Heuberg oder sind mit ihm im Besonderen verbunden.

Katharina und Anton Eilers

Das Rosenfelder Kinderschüle Am 26. August 1894 fand sich auf dem Rosenfelder Rathaus eine kleine Gruppe von Männern ein, um einen für die Stadt bedeutenden Stiftungsvertrag aufzusetzen und zu unterzeichnen. Zu der Gruppe gehörten Stadtschultheiß Kipp, Stadtpfarrer Kober und der Kaufmann Anton Eilers. Dieser war extra aus New York angereist, um im Namen seiner in Rosenfeld geborenen Frau Katharina, geborene Henseler, mit Stiftungsgeldern einen Kindergarten ins Leben zu rufen.

Katharina Eilers war nach Amerika ausgewandert und wurde über ihren Mann wohlhabend, so dass sie ihrer Heimatgemeinde diese Stiftung zukommen lassen konnte. Durch den Schenkungsvertrag erhielt die Stadt Rosenfeld von Anton und Katharina Eilers 25 000 M mit den Auflagen, ein Kinderschulgebäude zu errichten, eine Kinderpflegerin für die Betreuung der nicht schulpflichtigen Kinderschulgebäude zu errichten, eine Kinderpflegerin für die Betreuung der nicht schulpflichtigen Kinder anzustellen und ein jährliches Kinderfest abzuhalten, an dem die Kinder mit Essen und Trinken frei gehalten werden. Ferner sollte der Eilers’schen Stiftung ein Verwaltungsrat vorstehen, der sich aus dem Ortsgeistlichen, dem Bürgermeister und drei weiteren Mitgliedern zusammensetzte.

Als erste Kinderlehrerin wurde Anna Storz angestellt, das erste Kinderfest fand am 23. Juli 1895 statt. Laut Stiftungsurkunde sollte der 14. August der Tag des Kinderfestes sein, dieser Termin konnte jedoch – vor allem aus Witterungsgründen – oft nicht eingehalten werden. Auch beim ersten Kinderfest auf dem Wöhrd war das Wetter nur mäßig, doch man genoss die Spiele der Kinder, diese wiederum freuten sich über die kostenlose Bewirtung. In den folgenden Jahren wurde es zum Brauch, dass sich am Tag des Kinderfestes von der Kinderschule zum Rathaus ein kleiner Umzug formierte. Dort sangen Kinder und Erwachsene den Choral »Geh aus mein Herz und suche Freud“. Danach zog man miteinander auf den Wöhrd, um hier gemeinsam zu feiern. Zum Abschluss wurde nochmals gesungen, mit dem Chroral »Nun danket alle Gott« endete abends das Kinderfest. Nur einige wenige Male konnte das beliebte Kinderfest wegen Kriegsereignissen nicht stattfinden. Mit dem Neubau eines Kindergartens begann man schon 1895 und im Oktober 1896 wurde das »Kinderschüle« in der Schulstraße feierlich eingeweiht. Bis Anfang der 1920er Jahre konnten sämtliche anfallenden Kosten vom Stiftungskapital und den entstandenen Zinsen gedeckt werden. Doch die Inflation machte das Kapital wertlos und die Stiftung zahlungsunfähig. Daraufhin übernahm die politische Gemeinde Rosenfeld die finanzielle Deckung sämtlicher Kosten.
Während der Zeit des Nationalsozialismus verlor das Kinderschüle seine Selbständigkeit, ab September 1937 leitete die »Nationalsozialistische Volkswohlfahrt« (NSV) in Rosenfeld die Geschicke des Kindergartens. Die längjährige Kindergartenleiterin Luise Müller, die schon seit 1. Januar 1929 beschäftigt war, blieb auch während der NS-Herrschaft die Seele des Hauses. Sie wurde im Juli 1966 nach rund 40 Dienstjahren in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Gleich nach Kriegsende 1945 konnte der Kindergarten wieder seine Pforten öffnen und die Tradition der Kinderfeste erneut aufgenommen werden. In den 1950er und 1960er Jahren waren bei den Umzügen vor allem die Postkutsche mit Prinzenpaar und die »Schwäb’sche Eisenbahn« sehr beliebt. Doch das alte Kinderschüle platzte inzwischen aus allen Nähten, der einzige Aufenthaltsraum war schon längst zu klein geworden, so dass man ab Ende der 1950er Jahre den Neubau eines evangelischen Kindergartens ins Auge fasste. Doch bevor gebaut werden konnte, kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Vertretern des Kirchen- und Gemeinderats über den Standort des neuen Gebäudes – am alten Platz, an der Brechete oder am Ziegelgarten? Ein vor dem Verwaltungsgericht in Sigmaringen geschlossener Vergleich verpflichtete die Gemeinde im Oktober 1961, zur Standortfrage einen Bürgerentscheid durchzuführen.

Gebaut wurde der neue Kindergarten dann nach Gemeinderatsbeschluss auf dem Gelände »Ziegelgarten« an der Bickelsberger Straße, weil hier die geforderten Spielplätze eher verwirklicht werden konnten als auf dem Platz des alten Kindergartens. Die Rosenfelder evangelische Kirchengemeinde und die Stadtverwaltung teilten sich die Baukosten. Der Abschied aus der alten vertrauten Kinderschule, die fast 70 Jahre lang ihren Zweck erfüllt hatte, fiel nicht leicht. In einer kleinen Feier im Dezember 1966 gedachte man nochmals der Stifter und ihrem wohltätigen Gedanken, bevor das neue Gebäude seiner Bestimmung übergeben wurde. Erste Leiterin im neuen Kindergarten an der Bickelsberger Straße war Ruth Sülzle.

Hildegard Bibby

Aus dem Buch "Geschichten der Stadt Rosenfeld" erhältlich bei der Stadtverwaltung Rosenfeld, ISBN 978-3-00-028859-3.

Katharina Eilers

Anton Eilers