Persönlichkeiten der Stadt

Übersicht bedeutender Persönlichkeiten

Verschiedene Persönlichkeiten haben Ihre Wurzeln auf dem Kleinen Heuberg oder sind mit ihm im Besonderen verbunden.

Ursula von Rosenfeld, Markgräfin von Baden

Ursula von Rosenfeld (1499–1538) gilt neben ihrem berühmten Vorfahren Werner von Rosenfeld († 1408) als die bedeutendste Persönlichkeit der älteren Rosenfelder Geschichte. Dabei verbrachte sie vermutlich nur einen geringen Teil ihres Lebens in Rosenfeld selbst. Immerhin verbindet die lokale Überlieferung ihre Jugendzeit mit dem so genannten »Ursulahaus« in der heutigen Frauenberggasse 7.

Ursula von Rosenfeld (1499–1538) gilt neben ihrem berühmten Vorfahren Werner von Rosenfeld († 1408) als die bedeutendste Persönlichkeit der älteren Rosenfelder Geschichte. Dabei verbrachte sie vermutlich nur einen geringen Teil ihres Lebens in Rosenfeld selbst. Immerhin verbindet die lokale Überlieferung ihre Jugendzeit mit dem so genannten »Ursulahaus« in der heutigen Frauenberggasse 7.

Dieses einst imposante und ungewöhnlich großzügig angelegte Gebäude ist nach jüngsten bauhistorischen Erkenntnissen 1429 errichtet worden und käme demnach durchaus als Geburtshaus der Ursula in Betracht, wenn dieses Gebäude überhaupt als Sitz der Familie von Rosenfeld nachgewiesen werden könnte. Sicher ist nur soviel, dass es einen gehobenen bürgerlichen oder adligen Besitzer gehabt hat.

Ursula war die Tochter Wolfs von Rosenfeld, der bis zu seinem Tod 1500 Schultheiß der Stadt war, und der Anna Bombast von Hohenheim, einer entfernten Verwandten des Arztes Paracelsus. Sie hatte drei Schwestern, von denen Margarethe und Appolonia den geistlichen Stand wählten und ins Kloster gingen, während die älteste, Sophia, Konrad von Frauenberg heiratete. Dieser folgte ihrem Vater im Rosenfelder Schultheißenamt nach. Da die Bühler Linie des Geschlechts 1518 mit Jörg von Rosenfeld im Mannesstamm ausstarb, war abzusehen, dass diese Adelsfamilie, die über 200 Jahre mit der Geschichte der Stadt Rosenfeld eng verbunden war, mit dem Tod der vier Schwestern gänzlich aus der Geschichte verschwinden würde. Deshalb ist das Schicksal der Ursula von Rosenfeld umso beachtlicher.
Vermutlich war sie schon früh an den Hof des badischen Markgrafen Christoph zur Erziehung gegeben worden. Dort avancierte sie nach 1510 zum Kammerfräulein bei der Markgräfin Elisabeth von Brandenburg-Ansbach (1494–1518), Gemahlin des jungen Markgrafen Ernst von Baden (1482–1553). Die Markgräfin starb nach sieben Geburten im Jahr 1518 im Kindbett. Mit Albrecht (* 1511) und Bernhard von Baden (* 1517) hinterließ sie zwei mögliche Stammhalter.

Ernst von Baden beschloss nach dem Tod seiner ersten Frau nicht wieder standesgemäß zu heiraten und wählte überraschenderweise die Kammerjungfer Ursula von Rosenfeld zu seiner zweiten Gemahlin. Die Hochzeit fand wohl noch 1518 auf dem Schloss Hachberg (Hochburg) bei Emmendingen statt. Als Heiratsgut wies der Markgraf seiner 15 Jahre jüngeren Frau die Stadt Sulzburg im Markgräflerland an, wo die beiden bis 1535 residierten. Ihrer Ehe entsprang neben mehreren Töchtern im Jahr 1529 der Sohn Karl. Im Grunde war nicht daran zu denken, dass die Kinder dieser unstandesgemäßen Ehe im dynastischen Kalkül des Hauses Baden eine Rolle spielen konnten. Doch nachdem die Brüder des Markgrafen Ernst 1533 und 1537 starben und nur unmündige Kinder hinterließen, rückten seine beiden Söhne aus erster Ehe zu möglichen Erben auf. In dieser Situation drängte Ursula von Rosenfeld im Jahr 1537, ein Jahr vor ihrem frühen Tod, darauf, ihren Sohn Karl an diesem Erbe zu beteiligen, und Markgraf Ernst akzeptierte diese Forderung. Da sein ältester Sohn Albrecht schon 1542 und auch Bernhard 1553 noch vor dem Vater starb, rückte Ursulas Sohn Karl (1529–1577) unverhofft zum alleinigen Erben der Markgrafschaft Baden-Durlach auf.

Ursula von Rosenfeld war bei ihrem Tod 1538 die Letzte aus dem Haus Rosenfeld, sie wurde aber durch ihren beinahe märchenhaft anmutenden Eheschluss mit dem Markgrafen Ernst zur Stammmutter aller Markgrafen und Großherzöge von Baden bis auf den heutigen Tag. Markgraf Ernst setzte sich selbst und seiner zweiten Frau Ursula im Jahr 1545 mit einer bemerkenswerten Tumba in der Pforzheimer Schlosskirche ein beeindruckendes Denkmal. Dieses gilt als eines der bedeutendsten Renaissancezeugnisse Badens. Dass Ernst von Baden unter seinen drei Gemahlinnen ausgerechnet Ursula in dieser Weise auszeichnete, können wir als offenes Bekenntnis des Markgrafen zu seiner unstandesgemäßen Gattin werten. Nachdem Ursulas Sohn Karl 1553 zum baden-durlachschen Regenten aufgestiegen war, »... wurde die Tumba zu mehr als Ernst es sich gedacht hatte. Sie war nicht mehr lediglich das Denkmal der Liebe zweier Menschen. Sie wurde jetzt erst das, was wir heute so selbstverständlich in ihr sehen: Der organische Mittelpunkt der Grablege des Hauses Baden« (Werner Pletscher).

Als erstaunliche Parallele zum Heiratsverhalten des Markgrafen Ernst von Baden sei auf die Biographie seiner Schwester Rosina von Baden (1487–1554) verwiesen. Auch diese war zunächst ganz standesgemäß mit dem Grafen Franz Wolfgang von Zollern vermählt worden. Nach dem Tod des Grafen 1517 versagte sich die Witwe zunächst trotz vieler Angebote einer weiteren Ehe, gab dann aber 1526 dem Werben ihres früheren Kammerjungen, des deutlich jüngeren Hans von Ow nach. Mit diesem residierte sie bis zu ihrem Tod im Schloss Wachendorf, nicht allzu weit entfernt vom Geburtsort ihrer Schwägerin Ursula.

Casimir Bumiller

Aus dem Buch "Geschichte der Stadt Rosenfeld" erhältich bei der Stadtverwaltung Rosenfeld, ISBN 978-3-00-028859-3

Ursula von Rosenfeld

Ursula von Rosenfeld mit Ehemann