Persönlichkeiten der Stadt

Übersicht bedeutender Persönlichkeiten

Verschiedene Persönlichkeiten haben Ihre Wurzeln auf dem Kleinen Heuberg oder sind mit ihm im Besonderen verbunden.

Werner von Rosenfeld der "Held von Döffingen"

Am 23. August 1388 kam es beim Dorf Döffingen nahe Weil der Stadt zu einer historisch bedeutsamen Schlacht im Städtekrieg. Seit dem Jahr 1372 stand zwischen den wirtschaftlich potenten Reichsstädten und den Fürsten die Entscheidung um die Vorherrschaft in Südwestdeutschland an. Als Hauptkontrahenten in Schwaben standen die Herzöge von Bayern, die Erzherzöge von Österreich und die Grafen von Württemberg den Reichsstädten wie Ulm, Esslingen, Reutlingen, Rottweil und Weil der Stadt gegenüber.

In einem ersten militärischen Zusammenstoß am 14. Mai 1377 hatten die Württemberger bei Reutlingen eine schwere Niederlage gegen die Städte erlitten. Der junge Graf Ulrich von Württemberg war damals bereits schwer verwundet worden. Elf Jahre später kam es erneut zu einer bewaffneten Konfrontation zwischen Württemberg und den Städten. Bei Döffingen drohte sich das Schicksal des württembergischen Heeres zu wiederholen.

Als das städtische Heer bei Döffingen in ungünstiger Position Stellung bezog, schickte Graf Eberhard III. der Greiner von Württemberg (1344–1392) seine Vorhut, geführt von seinem Sohn Ulrich, in die Schlacht. Die Nachhut der Städter erkannte ihre Bedrohung und stellte sich dem Kampf, bei dem in kurzer Zeit bis zu 60 Württemberger einschließlich Graf Ulrich fielen. In dieser prekären Situation motivierte Graf Eberhard seine Kämpfer: Niemand acht auf meinen Sohn, dass er erschlagen ist; und fechtet männlich, da die Städte alle dahinten fliehen, sie sind zehand (bald) alle unser. Der Kampf tobte bald auf den Höhen nördlich des Dorfes weiter. Das Kriegsglück neigte sich bereits dem städtischen Heer zu, da nahte aus südlicher Richtung Hilfe. Mit 300 Mann Hilfstruppen näherte sich der Vogt von Herrenberg, Werner von Rosenfeld, und brachte das städtische Heer durch seinen Zangengriff in eine sehr unvorteilhafte Lage. Die Städter ließen sich entmutigen und gaben ihren sicher geglaubten Sieg dahin. Am Ende beklagten sie 400 Gefangene und 500 Gefallene, darunter ihren Hauptmann Konrad Besserer aus Ulm. Zum »Helden von Döffingen«, der mit seinem Ersatzheer entscheidend zum württembergischen Sieg beigetragen hatte, wurde aber Werner von Rosenfeld.

Dieser Mann, durch seine mutige Tat zu einem der berühmtesten Rosenfelder geworden, war eine schillernde Persönlichkeit. Nach neuesten Erkenntnissen entstammte Werner von Rosenfeld (ca. 1340–1408) bürgerlichen Verhältnissen. Sein mutmaßlicher Vater Eberhard Stoll war 1338/57 Schultheiß, 1366 Vogt in Rosenfeld. Als Angehöriger einer einflussreichen Familie aus der Ehrbarkeit verkehrte Werner sicher früh schon in der gesellschaftlich gehobenen Schicht des städtischen Patriziats und des niederen Adels der ganzen Umgebung. Zur Ministerialenfamilie von Schalksburg, die im Dienst der Grafen von Zollern-Schalksburg die Burghut auf der Schalksburg bei Balingen versah, unterhielt Werner offenkundig solch enge Beziehungen, dass Burkard von Schalksburg, der 1385 als Letzter seines Geschlechts starb, Werner von Rosenfeld zu seinem Erben bestimmte. Dies betraf nicht nur den materiellen Nachlass, sondern auch das Adelsprädikat. 1381 übertrug der Schalksburger seinem (Adoptiv-) »Sohn« Werner sein Wappen, seinen Helm und Schild. Das heißt Werner von Rosenfeld trat ein in das Erbe und die Tradition der aussterbenden Schalksburger.

Prädestinierte Werners familiäre Herkunft ihn ohnedies schon zu höheren Ämtern, so förderte sein Aufstieg in den Adel zusätzlich seine Karriere. Werner von Rosenfeld war 1371 württembergischer Vogt in Rosenfeld, 1381 in Herrenberg, 1387 wieder in Rosenfeld, 1391 in Tübingen, später in Leonberg und 1399 wohl nochmals in Rosenfeld. Darüber hinaus war er 1402/03 Landvogt in Mömpelgard. Seit 1393 führte er den Rittertitel, vielleicht noch eine späte Anerkennung für seine Rolle bei Döffingen. Als direkte Reaktion auf seinen Döffinger Einsatz erhielt Werner von Rosenfeld 1389 mit seinem Haus in Rosenfeld die Steuerbefreiung. Werner war verheiratet mit der Rottweiler Patrizierin Adelheid Böcklin, mit der er mindestens fünf Kinder hatte. Die Familie wohnte wahrscheinlich im Schloss.

Casimir Bumiller

Aus dem Buch "Geschichte der Stadt Rosenfeld" erhältlich bei der Stadtverwaltung Rosenfeld, ISBN 978-3-00-028859-3

Gedenkstein an den "Held von Döffingen"